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Meinung zu: Hirtenbarometer.de – Geistliche bewerten
| Internet |
Bewertungen im Internet kennt man. Seien es Online-shops, Verkäufer und Käufer bei ebay, oder auch Lehrer bei spickmich.de. Das man nun aber auch Geistliche bewerten kann, ist neu. Im „Hirtenbarometer“ können Gläubige (und natürlich auch Ungläubige – wer sollte das auch prüfen wollen/können?) den Geistlichen Punkte geben. Dabei macht man als Geistlichem auch vor Gott nicht halt. Dieser erreicht im übrigen mehr Punkte als der Papst (welch Wunder!).
Die 5,35 Punkte (von maximal sechs Punkten), die Gott beim Hirtenbarometer erhält sind demnach zwar eine Durchschnittsmeinung, aber nur eine der Nutzer des Portals, wobei im Falle Gottes eine Bewertung sowieso zwangsläufig ausscheiden muss, oder lassen sich bei Gott objektive Bewertungsmaßstäbe anlegen? Die soll mir mal einer zeigen.
Der Papst bekommt 3,82 Punkte und zumindest ist er ein Mensch, den man irgendwie bewerten kann, aber eine objektive Bewertung in den Kategorien „Gottesdienst“, „Glaubwürdigkeit“, „Am Puls der Zeit“, „Jugend-Arbeit“ und „Senioren-Arbeit“ gibt es hier natürlich auch nicht. Vielleicht ist das aber auch gar nicht das Bestreben der Betreiber vom Hirtenbarometer. Inwieweit man hier nur ein Spaßportal aufgestellt hat lässt sich nur erahnen. Auf jeden Fall will man in Kürze auf Hirtenbarometer.de auch Imane und Rabbiner „zur Bewertung freigeben“. Das dürfte die Besucherfrequenz der Seite weiter steigern und natürlich auch einiges an Konfliktpotential bergen.
Laut Hirtenbarometer-Geschäftsführer Fabian Ringwald ist aber das Feedback seitens der Kirche sehr positiv. Einige Geistliche hätten sogar schon ihre eigenen Internetprofile mit dem Profil auf der Seite verknüpft.
Ob das Hirtenbarometer eine Zukunft hat, lässt sich derzeit schlecht abschätzen.
Es gibt sicherlich Geistliche, die in ausgewählten Bereichen gute Arbeit leisten und andere, die sich vielleicht weniger Mühe geben, oder weniger Talent besitzen. Aber gerade bei einem Bereich, der sich nicht auf Fakten stützt, sondern auf den Glauben, ist ein solcher Versuch der objektiven Bewertung schon im vornehinein zum Scheitern verurteilt.
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