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Wer bitte ist denn noch die FDP mit 3 Prozent?
| Politik |
Der stern-RTL-Wahltrend hat sich mal wieder aufgemacht, den Wählerwillen herauszufinden. Das Ergebnis dürfte vor allem die FDP schwer geschockt haben, … obwohl … kann die FDP überhaupt noch etwas schocken?
Das hat man Guido Westerwelle, den vielleicht erfolglosesten Parteivorsitzenden quasi abgesetzt und durch den jungen „Überflieger“ Philipp Rösler ersetzt, aber auch der scheint der Partei kein Profil verleihen zu können.
Im Vergleich zur Vorwoche verliert die „Splitterpartei“ ein weiteres Prozent und ist nun bei kaum mehr wahrnehmbaren 3 Prozent angekommen. Es ist der niedrigste Wert in der bisherigen Amtszeit Röslers. Der Seniorpartner der Freien Demokraten, die Union, konnte sich in der zweiten Woche in Folge einen Punkt hinzuschreiben. Sie stehen nun bei 33 Prozent. Die Sozialdemokraten (SPD) legen ebenfalls ein Prozent zu und stehen nun bei 25 Prozent. Der Abschwung der Grünen geht weiter und so verlieren sie ein weiteres Prozent auf 22 Prozent. Es ist ihr schlechtester Wert seit Anfang April und trotzdem noch ein sehr gutes Ergebnis. Die Linke kommt auf 10 Prozent zu und für die sonstigen Parteien ergeben sich 7 Prozent.
Mit zusammen 47 Prozent hätte ein rot-grünes Bündnis weiter eine Mehrheit von 11 Punkten vor der schwarz-gelben Koalition (gemeinsam 36 Prozent) und im Parlament eine knappe Mehrheit der Mandate.
Warum nun kommt die FDP nicht mehr beim Wähler an?
Laut Forsa-Chef Manfred Güllner kommen da mehrere Gründe in Frage.
1. Phillip Rößler überzeugt nicht, weder als Parteichef noch als Wirtschaftsminister. Wie soll das auch funktionieren, wenn er immer nur „Steuersenkung“ ruft und sonst nichts von ihm kommt ?!
Da war sogar Brüderle deutlich besser.
2. Westerwelle ist immer noch da, aber irgendwie nur physisch.
3. Die FDP tritt derzeit kaum in Erscheinung. Bei großen Entscheidungen sieht man nur Frau Merkel und sogar die SPD mit ihrer neuen Troika Gabriel, Steinmeier und Steinbrück ist sichtbarer als die FDP.
4. Die ehemals Hoffnungsträger Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis haben ihre Doktortitel abgeben müssen und zumindest im Falle von Koch-Mehrin verlief das Theater um die Aberkennung nicht gerade geräuschlos. Zudem sind beide noch im Europaparlament, was auch nicht grade Vertrauen schafft.
So langsam läuft der FDP die Zeit weg. Schließlich will man bei der nächsten Bundestagswahl wieder in die Regierung. Ob man bis dahin aber überhaupt noch Chancen auf den Bundestag hat, wird sich zeigen. Derzeit passt man sich eher dem Sommerwetter in Deutschland an, als dem Sonnenschein.
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