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Meinung zu: Sind die Piraten ein neuer Trend oder werden sie eine etablierte Partei?
| Politik |
Sie haben einen Überraschungserfolg in Berlin erzielt und auch deutschlandweit sind die Piraten auf dem Vormarsch.
In einer Meinungsumfrage von Emnid kommen die Piraten in ganz Deutschland auf starke 7 Prozent und in Großstädten sind die Zahlen noch besser für die neue Partei. Irgendwie erinnert das an die Anfänge der Grünen.
Auch die Grünen haben vor allem durch Studenten einen famosen Start gehabt und sind dann, erstmal von der Allgemeinheit wahrgenommen, mehr und mehr in den Fokus gelangt. Das Ergebnis ist bis zum heutigen Tag ein grüner Ministerpräsident und eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene (als Teil der Schröder-Regierung).
Haben die Piraten eine Zukunft als etablierte Partei vor sich?
Nun, zuerst müssen sie vom Status „cool“ zum Status „seriös“ gelangen, wobei „cool“ sein den Piraten sicherlich noch länger weiterhilft.
Dann müssen die Piraten natürlich ihr Programm ausweiten. Schließlich sind die Grünen auch als Ein-Thema (Umwelt) Partei gestartet und haben sich dann in die Breite entwickelt. Die Piraten haben bisher eigentlich nur die ungehinderte Nutzung des World Wide Web auf ihrer Fahne stehen und das ist natürlich mittel- und langfristig zu wenig.
Radiokoeln hat im Internet eine Umfrage gestartet und demnach sind über 50% (zur Zeit genau 51,3%) der an der Umfrage teilgenommenen Personen der Meinung, dass die Piraten es schaffen können.
Was wollen die Piraten eigentlich?
Wissen und Informationen müssen jedem zugänglich sein. Patentrechte fallen und jeder unterstützt jeden in der Entwicklung beispielsweise neuer Software (Open Office ist so ein Beispiel). Demnach gehört auch im Internet jedem alles und jeder darf alles nutzen, eine Art elektronischer Ur-Kommunismus.
Klaus Kocks schreibt in Fr-online: „Das Privateigentum ist die Basis der Moderne und damit auch die Basis unserer Freiheit. Klingt spießig, ist aber unabweisbar. Der Bürger hat sich gegen Adelswillkür dadurch behaupten können, dass er einen Zaun um seinen Garten machte, sodass die feudale Jagdgesellschaft nicht mehr sein Gemüse niedertrampeln konnte. Man darf noch mal bei Adam Smith nachlesen, wieso der Reichtum der Nationen und damit das Allgemeinwohl auf zwei Dingen beruhen, dem Recht auf Eigentum und dem Wettbewerb aller mit allen. Das klingt jetzt sogar kapitalistisch und ist es auch.“ (Leserbrief in Fr-Online vom 14.10.2009)
Sind die Piraten also nichts anderes als Kommunisten, die nicht wahrhaben wollen, das diese Form der Gesellschaftsordnung längst überholt ist? So einfach ist es sicher nicht, aber es scheint als ob ihr „Programm“ nicht weit genug gedacht ist, ihr Weltbild zu einfach ist.
Aber allein weil sie „zu radikal“ denken und vorgehen, darf man sie nicht abschreiben. Die Idee des unbeschränkten Zugangs zu Wissen und Information ist sicherlich verlockend und in Ansätzen vielleicht sogar sinnvoll und realisierbar. Wenn die Piraten es verstehen, ihre Wünsche auf den Plan zu bringen, zum Teil umzusetzen und dazu noch „gute“ Kompromisse einzugehen, haben sie eine Chance.
Warten wir es ab.
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